Brandenburgisches Glas

Münzbecher mit Spiegelmonogramm "CEF"

Konischer Becher aus dickwandigem, farblosem Glas mit gestauchtem Standring. Auf der Schauseite das fein geschnittene Spiegelmonogramm "CEF" unter Grafenkrone zwischen Palmwedeln. Im oberen Register rückseitig die Inschrift "Waß man nicht kann ändern/daß muß man [polierte Kugelung] laßen schlendern". Der verwärmte Mündungsrand ist mit einem geblänkten Kugelfries dekoriert. In eine ausgeschliffene Kugelung am Becherboden ist eine Münze aus Feinsilber eingeglast, nach oben die Vorderseite mit dem Sachsenross und der Umschrift "IN RECTO DECUS 1714", der Revers geprägt "IIII / MARIEN / GROS: / FEIN.S. / H.C.B.", Umschrift "GEORG. LUD: D.G.B. & L.S.R.I.A.T. & L.", also vier Mariengroschen. In Potsdam sollen gläserne Münzbecher im 18. Jahrhundert besonders beliebt gewesen sein (vgl. Pazaurek, Gläser der Empire- und Biedermeierzeit, 1987, S. 278). Nur wenige Exemplare sind überliefert (vgl. Inv. Nrn. II 63/1 A; II 94/114 A; II 94/115 A). Die hier verwendete Münze gibt mit 1714, dem Jahr als Kurfürst Georg I. Ludwig von Braunschweig Lüneburg (1660–1727) auch König von Großbritannien wurde, den terminus post quem für den Becher vor. Georgs Tochter Sophie Dorothea (1687-1757) hatte 1706 den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm geheiratet. Das Monogramm konnte nicht aufgelöst werden. Der Becher wurde 1990 aus Mitteln des Kulturfonds des Ministeriums für Kultur erworben. [Verena Wasmuth]

(Objekt aus: Stiftung Stadtmuseum Berlin Originaleintrag)

Material/Technik ...

Glas / in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten, poliert

Maße ...

Höhe: 9 cm; Durchmesser: 7,8 cm

Hergestellt ...

... wer:

... wann:Nach 1714

... wo:Brandenburg 

[Person-Körperschaft-Bezug] ...

... wer: