Brandenburgisches Glas

Brandenburgische Gläser mit Goldmalerei aus dem 17. und 18. Jahrhundert

Glasmaler waren bis weit ins 18. Jahrhundert hinein an der Potsdamer und Zechliner Hofglashütte beschäftigt. Auch in Grimnitz, Marienwalde und Tornow wurden Hohlgläser durch Bemalung veredelt. Anders als noch im 16. und 17. Jahrhundert war die polychrome Emailmalerei aber zunehmend weniger gefragt und fand nur noch auf weißem Porzellanglas und vereinzelt für volkstümliche Erzeugnisse Verwendung.

Die Malerei mit Gold auf der anderen Seite fand in der Potsdamer Glashütte unter Faktor Ehrenfried Krüger ab etwa 1720 vorrangig in Kombination mit Schnitt oder Schliff Verwendung. Dazu wurde in Königswasser gelöstes Gold und Messing mit einem Firnis aufgetragen und danach nochmals in den Muffelofen bei einer Temperatur um 250 °C gegeben, um es einzubrennen. Nach dem Abkühlen polierte man das Gold mit einem Gemisch aus Kreide, Leinöl und Mennig aus oxidiertem Bleiweiß. Anders als die kalt aufgebrachte Goldbemalung haftete diese Art der glänzenden Vergoldung auf Glas besonders dauerhaft. 

Die gute und reichliche Vergoldung machte die Gläser aus Potsdam und Zechlin berühmt. Eine seltene Ausnahme der barocken Glaskunst in Brandenburg blieb die Veredelung der Gefäßwandung mt einem Dekor rein durch Goldmalerei. Lediglich die Konturen sind teilweise noch geschnitten. Bei den wenigen überlieferten Beispielen handelt es sich mehrheitlich um farbige Gläser. 

 

2020-01-23

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