Brandenburgisches Glas

Glaspokal mit grünen Medaillons "FR" und "EC"

Pokal aus farblosem Glas, durchweg exquisit vergoldet, ansteigender Fuß mit doppeltem Rundbogenfries, der Schaft als glatte, lange Säule mit facettiertem Baluster, am bauchigen Ansatz der konischen Kuppa wiederholt sich das Rundbogenmotiv, Baluster und Kuppansatz jeweils mit mehreren eingestochenen Luftbläschen. Gegenüberliegend auf der Kuppawandung zwei aufgeschmolzene Posten smaragdgrünen Glases als Medaillon mit den goldstaffierten Initialen "FR" für Friedrich II. und "EC" für dessen Gemahlin Elisabeth Christine. Gerahmt wird das Medaillon mit "FR" von einer Kartusche mit fein geschnittenem Goldgittermuster und reichen Kriegstrophäen, darüber die königliche Bügelkrone flankiert von zwei Adlern. Das ebenfalls bekrönte Medaillon der Königin ist als Spiegelmonogramm gestaltet, ebenfalls in Tiefschnitt und Vergoldung aufwändig gerahmt, und wird von Füllhörnern mit Blumen und Früchten flankiert. Den vergoldeten Mündungsrand ziert eine polierte Perlborte. Ursprünglich dürfte ein Deckel zugehörig gewesen sein. Dieser überaus repräsentative Pokal auf das preußische Königspaar Friedrich II. und Elisabeth Christine ist um 1750 in der Zechliner Glashütte entstanden. Das Applizieren von Farbglasmedaillons, auf denen Monogramme in Gold- bzw. Silber aufgemalt wurden, ist lediglich für die Manufaktur dokumentiert. Robert Schmidt hat ein Vergleichsstück publiziert, allerdings in den Farben Rot und Blau, ebenfalls mit "FR" und "EC" in Gold gemalt (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 36.4; Schmidt, Das Glas, 1912, Abb. 181). Ein Trichterpokal mit Medaillons in den gleichen Farben befindet sich im British Museum in London (Inv. Nr. S886). Verantwortlich für diese Gläser dürfte der Goldmaler Christian Friedrich Pohle zeichnen (vgl. Poser, Goldmalerei, 2009, S. 19; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S. 148.). Der Pokal mit den grünen Applikationen wurde 1995 im Kunsthandel von der Stiftung Stadtmuseum Berlin erworben. [Verena Wasmuth]

(Objekt aus: Stiftung Stadtmuseum Berlin Originaleintrag)

Material/Technik ...

Glas / in Hilfsmodel geblasen, geformt, angeschmolzen, geschliffen, geschnitten, poliert, vergoldet

Maße ...

Höhe: 21,7 cm; Durchmesser: 10,1 cm

Hergestellt ...

... wer:

... wann:1745-1755

... wo:Brandenburg 

[Person-Körperschaft-Bezug] ...

... wer:

[Person-Körperschaft-Bezug] ...

... wer: