Brandenburgisches Glas

Trichterpokal mit Kinder-Bacchanal

Pokal aus farblosem, dickwandigem Glas, breiter Scheibenfuß mit einem fein geschnittenen Fries aus Weinranken und geblänkten Oliven. Massiver Balusterschaft zwischen beschliffenen Trommelscheiben mit sechs geschälten Oliven, die in Mattschnitt versenkt sind, und mit zahlreichen polierten kleinen Kugelungen. Dieser Dekor wiederholt sich am Kuppaansatz. Auf der Wandung die umlaufende Darstellung eines Kinder- Bacchanals auf einem Landschaftssockel in feinem Tiefschnitt. Am Mündungsrand ein polierter Kugelfries. Formal ist der Trichterpokal der Berliner Werkstatt von Hofglasschneider Martin Winter (um 1640–1702) zuzuschreiben. Der Rohling wurde von der Potsdamer Glashütte unter Leitung von Johann Kunckel hergestellt. Ein sehr ähnliches Glas befindet sich im Bayerischen Nationalmuseum in München (Inv. Nr. G 205, vgl. Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 135, S. 238f.; Rückert, Die Glassammlung des Bayerischen Nationalmuseums, 1982, Kat. 801, Taf. 245 und folgende Bsp.). Ein formal ebenfalls eng verwandter Pokal aus der Sammlung Mühsam gehört heute dem Chicago Art Institute (Inv. Nr. 1927.1205, s. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 4.2 und Schmidt, Die Gläser der Sammlung Mühsam, 1914, Taf. 22, Nr. 176). Das Glas wurde 1993 mit Lottomitteln aus dem Kunsthandel erworben. [Verena Wasmuth]

(Objekt aus: Stiftung Stadtmuseum Berlin Originaleintrag)

Material/Technik ...

Glas / in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten, poliert

Maße ...

Höhe: 20,8 cm; Durchmesser: 11,1 cm