Handwerk in Brandenburg

Stellmacher und Schmiede - Verknüpfung von Holz und Metall

Für Böttcher, Brunnenbauer, Schmied und Stellmacher waren für die von ihnen hergestellten landwirtschaftlichen Arbeitsgeräte, Transportmittel, Gebrauchsgegenstände für die Hof- und Hauswirtschaft Holz und Eisen die wichtigsten Werkstoffe.
Bottiche, Fässer, Eimer und andere Behälter, die in vielfältiger Art und Weise in der bäuerlichen Haus-, Hof- und Feldwirtschaft Verwendung fanden, stellte der Böttcher durch das Zusammenfügen und Verbinden hölzerner Dauben her.
Die Herstellung komplizierterer Arbeitsmittel und -geräte, wie Wagen, Karren, Schlitten, Pflüge, Eggen usw. erforderten das arbeitsteilige Zusammenwirken des Stellmacher- und Schmiedehandwerks. Der, im  Barnim Panorama Agrarmuseum Wandlitz, ausgestellte Vorderwagen mit Deichsel, Produkt eines Stellmachers, wurde als Gesellen- und Meisterstück von einem Schmied mit den notwendigen Eisenbeschlägen versehen. Einen vertiefenden Einblick in den Alltag eines Stellmachers finden Sie im Unterthema „Stellmacher-Familie Lehnhardt“

Besondere Kenntnisse und Fertigkeiten des Schmiedes erforderte der Hufbeschlag. Seit 1885 verlangte die preußische Gesetzgebung zur Ausübung dieses Handwerks einen speziellen Befähigungsnachweis (Prüfungszeugnis).
Im 19. Jahrhundert trugen in Zusammenhang mit der Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion und der industriellen Revolution technische Verbesserungen und Neuerungen (z.B. der wachsende Anteil eiserner Bauteile) zur Vervollkommnung des Pfluges bei. Anstelle der Dorfhandwerker (Stellmacher u.Schmied) übernahmen in zunehmendem Maße Fabriken der in der 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts rasch aufblühenden Landmaschinenindustrie die Herstellung. Die dort fabrizierten eisernen Pflüge zeichneten sich vor allem durch längere Haltbarkeit, größere Leistungsfähigkeit und Spezialisierung aus. Die Dorfschmieden, die sich mehr und mehr auf die Reparatur der "langlebigen" eisernen Industrieprodukte konzentrierten, wurden zu Schlossereien.
Im Berufsbild des Kraftfahrzeugschlossers findet sich noch die enge Verbundenheit der Metallverarbeitung zur Stellmacherei. Der Beruf des Stellmachers fand sich im Waggonbau und schließlich im Karosseriebau und erlebt heute eine kleine Renaissance in einigen regionalen Tischlereien.

2017-08-03

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Das Foto zeigt eine Stellmacherei ("Hufbeschlag und Wagenbau Ju ...") in Fürstenwalde, mutmaßlich von (Gustv) Fröhlich in der Müncheberger Straße 23.

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Der Werkstoff Holz beherrschte das gesamte Grundstück. Was im Holzschuppen nicht Platz hatte, lagerte erst mal im Freien. Der Meister Otto L. sen. – immer für einen Scherz zu haben – ...

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