Handwerk in Brandenburg

Fleischer

Das „Schlachtfest“ war ein kulturell, wie existenzielle bedeutendes Ereignis der bäuerlichen Landbevölkerung. In den Wintermonaten erfolgte durch das Schlachten und Verarbeiten zu diesem Zweck gemästeter Schweine, Rinder, oder Schafe, die Fleisch- und Wurstherstellung insbesondere für den Eigenbedarf des bäuerlichen Haushalts. Das Hausschlachten war auch Ausdruck des Strebens der Bauern nach Unabhängigkeit und Selbstversorgung. Konservierungsverfahren(z.B. Pökeln, Räuchern, Einkochen) ermöglichten die Haltbarmachung von Fleisch und Wurst für die häusliche Vorratswirtschaft. Das Schlachten wurde häufig von Saisonarbeitskräften (z.B.Schäfer, Maurer, Landarbeiter) als Nebenerwerb durchgeführt. Seit Beginn des 20.Jahrhunderts sicherte ein umfassendes Fleischbeschaugesetz die Einhaltung hygienischer Vorschriften.
Die Fleischer in den Städten entwickelten sich zu einer einflussreichen Zunft. Ihr Stand war im allgemeinen angesehen und teilweise wohlhabend. Das Fleischerhandwerk blieb in seinen Fertigungstechniken trotz industrieller Fleischproduktion erhalten, wenn auch der wirtschaftliche und gesellschaftliche Status geschwunden sind.

2017-11-12

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Groß Schönebecker Fleischer mit Kollegen, Rind und Schweinehälften.