Brandenburger Fotografinnen und Fotografen

Horst Siewert – die Jagd mit der Kamera

 

Horst Siewert wird am 17. September 1902 als erster Sohn des Ingenieurs Alexander Max Siewert (1873-1956) und dessen Frau im russischen St. Petersburg geboren. Kindheit und Jugend verbringt er in Berlin und begeistert sich schon früh für Natur- und Tierbeobachtung, die er zeichnerisch und fotografisch in „biologische Entwicklungsreihen“ festhält. 1923 beginnt Siewert seine Ausbildung als „preußischer Forstbeflissener“ in der Schorfheide und legt 1931 die forstliche Staatsprüfung ab. Er promoviert und veröffentlicht diverse Untersuchungen auf dem Gebiet der Ornithologie. Neben der Fotografie entdeckt der begeisterte Jäger und Wildhüter schon bald das Medium Film als ein wichtiges Instrument für die Wildtierbiologie.

1934 wird Siewert beauftragt, in der Schorfheide am Werbellinsee ein Wildgehege zu errichten. Das Gehege wird zur Keimzelle der Forschungsstätte „Deutsches Wild“, eine der wichtigsten Institutionen der 1936 vom Reichsforstamt Berlin eingerichteten „Stiftung Schorfheide“. Chef der Stiftung ist Hermann Göring in seiner Eigenschaft als Reichsjägermeister und Preußischer Landesforstmeister. 1936 wird Siewert Leiter des Wildgeheges und kann seine fotografischen Dokumentationen intensivieren. Es entstehen die Filme „Auf der Wildfährte“ und „Das Jahr der Elche“ sowie ein Film u. a. über Trappen.

Horst Siewert zählt bis heute zu den Pionieren der Wildtierfotografie und des Wildtierfilms. Prof. Heinz Sielmann berichtet später, wäre Siewert nicht 1943 während Dreharbeiten auf Kreta tödlich verunglückt und hätte er seine Arbeit weiterführen können, wäre er (Sielmann) nie so bekannt geworden.

Siewerts Nachlass, darunter mehr als 40.000 Meter Filmmaterial, mehrere tausend Glasnegative, eine vollständige Fotokartei und seine Tagebücher überstanden 1945 das Ende des Krieges unbeschädigt. In Folge der Nachkriegswirren und einer unwissenden und uneinsichtigen einheimischen Bevölkerung ging das gesamte Filmarchiv in Flammen auf. Nur wenige Reste der Glasnegative kamen nach 1993 in den Besitz des Schorfheide-Museums.

2019-01-10

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Im Schilf
(Jagdschloss Groß Schönebeck/Schorfheide-Museum)

Horst Siewert pirscht durch das Schilf. Wahrscheinlich ist diese Aufnahme am Werbellinsee entstanden.

Singvogel im Schilf
(Jagdschloss Groß Schönebeck/Schorfheide-Museum)

Singvogel im Schilf, aufgenommen von Horst Siewert.

Paula mit Kalb
(Jagdschloss Groß Schönebeck/Schorfheide-Museum)

Elchkuh "Paula" säugt ihr Kalb im Wildgehege.

Schreiadler Jungvogel
(Jagdschloss Groß Schönebeck/Schorfheide-Museum)

Eventuell handelt es sich bei dem Jungvogel um das Schreiadlermännchen "Martin" (siehe Siewert_G-Ng_166). Die Fotografie wurde von Horst Siewert am 11. Juli 1930 aufgenommen.

Schwarzstorch bei der Aufzucht
(Jagdschloss Groß Schönebeck/Schorfheide-Museum)

Bei der Brutpflege. Schwarzstorch mit zwei Jungvögeln im Horst

Kameramann Foerster
(Jagdschloss Groß Schönebeck/Schorfheide-Museum)

Kollege bei der Arbeit. Mit Erichhans Foerster drehte Siewert die Dokumentation über Trappen im Raum Zehdenick

Trappe / Präparat
(Jagdschloss Groß Schönebeck/Schorfheide-Museum)

Angaben zur fotografischen Aufnahme eines "alten erlegten Trappenhahns".

Trappe / Gehege
(Jagdschloss Groß Schönebeck/Schorfheide-Museum)

Der Trappenhahn "Hermann" beim Balztanz. Laut Eintrag, wird Hermann durch gleichmäßiges Auftrampeln besonders erregt, bis er den vermeintlichen Konkurrenten (die "gegenerischen Stiefel") ...

Trappenaufnahme
(Jagdschloss Groß Schönebeck/Schorfheide-Museum)

Horst Siewert in Dechtow, bei der Aufnahme eines Trappengeleges.