Antike und Aufklärung: Winckelmann

Porträts und grafische Reproduktionen

Die Ikonografie Johann Joachim Winckelmanns ist gering an Umfang. Lediglich fünf zu Lebzeiten beziehungsweise, das postume Bildnis von der Hand Anton Raphael Mengs‘ hinzugerechnet, sechs authentische Porträts des Archäologen sind bekannt, wovon zwei verschollen und auch nicht durch Abbildungen überliefert sind. Gemessen an der Dauer von Winckelmanns Lebenszeit und zumal an der kurzen Zeit seiner Karriere ist dies gleichwohl eine stattliche Zahl. Wäre dem Gelehrten mehr Lebenszeit und somit eine längere Karriere beschieden gewesen, so hätte sich die Reihe seiner Porträts womöglich in demselben Takt fortgesetzt, mit dem sie 1760 begonnen hatte. 

Sämtliche bekannte Porträts entstanden erst in der römischen Zeit Winckelmanns, seitdem dieser in enger Verbindung mit der internationalen Künstler- und Besucherschaft stand und durch eine rege Publikationstätigkeit zur Autorität der Altertumskunde avanciert war. Sie alle verdanken ihre Entstehung dem Freundschaftskult der Aufklärung, an dem Winckelmann rege Anteil hatte. Formal sind sie jedoch nicht als Freundesporträts anzusprechen. Während man dem empfindsam-freundschaftlichen Porträtgebrauch typischerweise mit dem auf die geistig-seelische Ausstrahlung verknappten Brustbild entsprach, nahmen Winckelmanns Porträtisten repräsentative Porträtformeln in Anspruck und schufen so Zelebritätenbildnisse. 

Bei der geringen Zahl von authentischen Bildnissen ist die Ikonografie Winckelmanns doch hochkarätig, was die Künstler und die jeweils gefundenen künstlerischen Lösungen angeht. 

Die Bildnisse von der Hand Anton von Marons und Angelika Kauffmanns wurden bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein dutzendfach druckgrafisch reproduziert. 

2018-02-12

Objekte zum Thema ...

Johann Joachim Winckelmann
(Winckelmann-Museum Stendal)

Anfang 1763 wurde Winckelmann von der jungen Angelika Kauffmann im Auftrag des späteren Zürcher Historikers, Staatsmanns und Verlegers Johann Heinrich Füssli (1745-1832) ...

Porträt Johann Joachim Winckelmann
(GLEIMHAUS Museum der deutschen Aufklärung)

In den Jahren nach Winckelmanns Tod wurde das Interesse an dem Porträt von Angelika Kauffmann gedämpft durch das repräsentative Porträt von der Hand Marons, dem dazu ...

Johann Joachim Winckelmann
(Winckelmann-Museum Stendal)

Otto Donner von Richter malte den Porträtausschnitt Johann Joachim Winckelmanns wohl in den 1860er Jahren nach dem Porträt von Angelica Kauffmann aus dem Jahr 1764 (heute in Zürich, ...

Johann Joachim Winckelmann (Radierung von Angelika Kauffmann)
(Winckelmann-Museum Stendal)

 Angelika Kauffmann übertrug ihr Porträt Winckelmanns bald nach dessen Fertigstellung als einen ihrer ersten Versuche in dieser Technik eigenhändig in die Radierung. ...

Johann Joachim Winckelmann
(Winckelmann-Museum Stendal)

Der Züricher Grafiker Johann Heinrich Lips (1758-1817) fertigte die Radierung 1783 nach der Zeichnung von Angelika Kauffmann für die französische Ausgabe von Johann Caspar Lavaters ...

Johann Joachim Winckelmann
(Winckelmann-Museum Stendal)

Die 1764 entstandene Bleistiftzeichnung Winckelmanns im Profil als fingierte Gemme von der Hand Giovanni Battista Casanovas (1730-1795) verdankt ihre Entstehung freundschaftlichen ...

Bildnis Johann Joachim Winckelmann
(Kulturstiftung Dessau-Wörlitz)

  Das Gemälde von Anton von Maron ist das bekannteste und zugleich umstrittenste Porträt Winckelmanns. Der Adressat des Bildnisses war Heinrich Wilhelm ...

Porträt Johann Joachim Winckelmann
(Winckelmann-Museum Stendal)

Die Vorlage dieser Kopie ist die Fassung des Maron-Porträts in Wörlitz. Bis heute werden Bildnisse von historischen Persönlichkeiten, von denen nur wenige authentische ...

Johann Joachim Winckelmann
(Winckelmann-Museum Stendal)

  Noch mehr als in der Zahl der Repliken und Kopien ist die Wertschätzung des Maron’schen Porträts an dessen druckgrafischen Reproduktionen ersichtlich. Es ...

Johann Joachim Winckelmann
(Winckelmann-Museum Stendal)

Der von Goethe und Herder geförderte Zeichner und Stecher Johann Christian Ernst Müller (1766-1824) schuf das Blatt in der Serie deutscher Dichter und Gelehrter nach Vorbild des Porträts ...

Johann Joachim Winckelmann
(Winckelmann-Museum Stendal)

Moritz Steinla (eigentlich Müller) fertigte den Stich nach dem vollendeten Gemälde von Anton von Maron, publiziert wurde er in dem von W. Hennings 1825 herausgegebenen "Deutschen ...

Porträt Johann Joachim Winckelmann
(Winckelmann-Museum Stendal)

Das Brustbild Winckelmanns von Anton Raphael Mengs dürfte rund zehn Jahre nach dem Tod des Archäologen entstanden sein. Der Maler und der Dargestellte hatten in enger ...

Angelica Kauffmann
(Winckelmann-Museum Stendal)

Die Schweizer Künstlerin Angelica Kauffmann kam 1763 nach Rom und lernte kurz darauf Johann Joachim Winckelmann kennen. Im Auftrag von Johann Heinrich Füssli (1745-1832) schuf ...

Anton Raphael Mengs
(Winckelmann-Museum Stendal)

Heinrich Sintzenich (1752-1812) schuf die Grafik 1784 nach Mengs’ Florentiner Selbstporträt, allerdings in seitenverkehrter Ansicht. Johann Joachim Winckelmann lernte Anton Raphael Mengs ...