Aufklärung in Sachsen-Anhalt

Aufklärung und Mode

Bereits in der Aufklärung stößt man auf eine sehr differenzierte Haltung zum Thema Mode.

Moden verstand man als Gewohnheiten, die in Abhängigkeit vom Willen, entweder tugend- oder lasterhaft, vernünftig oder unvernünftig sein konnten: „Das man statt des schweren, unbequemen und unnützern etwas leichters, bequemers und nützlichers erwehlt, ist vernünfftig und löblich; töricht hingegen, wenn man von dem vollkommenern auf das unvollkommene wieder zurücke fällt.“

So äußert sich das deutschsprachige Standardlexikon der Aufklärungszeit, der Zedler, in seinem Artikel zum Thema Mode. Zumeist von sozial höherstehenden Personen eingeführt und den Angehörigen niedrigerer Schichten nachgeahmt, richteten sich die Moden der Aufklärung auf ganz verschiedene Dinge. Neben Materiellem wie Kleidung, Fahrzeuge, Inneneinrichtung, Architektur auch auf Immaterielles wie Sprachgewohnheiten oder Verhalten. So galt beispielsweise das Duellieren als eine hochgradig unvernünftige Mode, gegen die man sogar mit Gesetzen vorging. Eine andere Mode war das Werther-Fieber. So kleideten sich nicht nur viele nach ihrem literarischen Vorbild. Angeblich beendeten auch zahllose unglücklich Liebende nach der Lektüre von Goethes Bestseller Die Leiden des jungen Werthers ihr Leben.
Auch wusste man um den Einfluss anderer Länder, nicht nur hinsichtlich der Kleidung sondern auch der Gebräuche und kritisierte in bestimmten Kreisen und vor dem Hintergrund eines erstarkenden Nationalbewusstseins insbesondere den Einfluss Frankreichs auf alle möglichen Lebensbereiche.

2018-11-16

Objekte zum Thema ...

Die beiden stehenden Damen - Demoiselles Quantin
(Kulturhistorisches Museum Magdeburg)

Gezeigt werden zwei nebeneinander stehende junge Frauen, wobei die etwas größere ihren rechten Arm um die Schulter der jüngeren (?) gelegt hat. Sie tragen zeittypische, taillierte lange ...

Herrenanzug
(Altmärkisches Museum Stendal)

Dieser Herrenanzug aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert wurde dem Museum im Jahre 1948 von den Erben des Dr. Große (Stendal) gestiftet. Das Obermaterial ist ein beidseitig stark gerautes, ...

Herrenweste
(Altmärkisches Museum Stendal)

Diese Weste wurde im Jahre 1948 von den Erben des Dr. Große (Stendal) erworben. Sie besteht aus einem fein gestreiftem rosé Seidentaft (Pekin*). Die Vorderteile und Taschenklappen sind ...

Kinderschuh, um 1775
(Museum Weißenfels - Schloss Neu-Augustusburg)

Obermaterial geblümter, heller Seidenstoff. Die schmalen, seitlichen Ristbänder werden über der Mittellasche mit einer Schließe (nicht vorhanden) verbunden. Kanten und Nähte sind ...

Kürassierstiefel
(Museum Weißenfels - Schloss Neu-Augustusburg)

Schaft aus schwarzen, derben Rindleder, das mit einem Gemisch von Wachs und Harz mehrmals bestrichen wurde. Er ist aus einem Stück geschnitten und nur durch eine Vordernaht gefügt. Ein ...

Damenschuh, Paar, ungetragen
(Museum Weißenfels - Schloss Neu-Augustusburg)

Leichtigkeit ist das Schlüsselwort für die Fußbekleidung um 1800. Diese hängt von den verwendeten Materialien, deren Verarbeitung und der Passform ab. Das Oberteil des leichten Schuhes ...

Caraco oder Oberteil eines zweieiligen Damenkleides
(Altmärkisches Museum Stendal)

Dieses Oberteil wurde dem Altmärkischen Museum im Jahre 1899 von einer Familie aus Lindtstedterhorst überlassen. Das Obermaterial ist ein blauer Seidentaft mit einem Kleinmuster aus ...

Zweiteiliges Damenkleid
(Altmärkisches Museum Stendal)

Dieses Kleid wurde dem Altmärkischen Museum im Jahre 1905 von einer Gutsbesitzerfamilie aus Groß Möringen überlassen. Das Obermaterial ist ein blauer Seidentaft mit einem Kleinmuster ...

Mieder / Korsett
(Altmärkisches Museum Stendal)

Dieses Korsett aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde dem Museum im Jahre 1913 von einer Stendaler Familie überlassen. Es besteht aus gechintztem Leinen und ist mit Fischbein gesteift. ...

Trachtenhaube
(Prignitz-Museum am Dom Havelberg)

Bei dieser Haube handelt es sich um eine sogen. Zweistückmütze, d. h. sie wurde aus zwei Hälften mit einer Mittelnaht zusammengefügt. Das Obermaterial bildet ein cremefarbener, ...

Bildnis eines Mannes mit Perücke
(Winckelmann-Museum Stendal)

Das Porträt zeigt einen Mann mit weißer Perücke. Es handelt sich um ein Brustbild im Halbprofil, der Dargestellte ist nach links gewandt. Er trägt einen grünen Mantel mit ...

Der Geschmack der großen Welt
(Winckelmann-Museum Stendal)

Text u. M.: TASTE IN HIGH LIFE u.l.: W. Hogarth inv. u.r.: R. f. Das Bild stammt von dem sozialkritischen britischen Maler und Grafiker William Hogarth (1697-1764). Das Bild ...

Halbschürze
(Altmärkisches Museum Stendal)

Diese Halbschürze wurde aus einem ursprünglich gechintzten Kattundruckstoff gefertigt. Die Weite ist sehr fein gefältelt und in der Taille mit einem aus demselben Material gefertigten ...

1 Paar Damenschuhe, 1. Hälfte 18. Jh.
(Museum Weißenfels - Schloss Neu-Augustusburg)

Damenstöckelschuh aus rotem Schafleder mit Resten von Verzierungen aus schwarzen Borten am gesamten Schaft. Die Stepplöcher sind noch sichtbar. Das Vorderteil endet nach oben in großer ...

Kaffeekanne mit Holzhenkel
(Museum Schloss Moritzburg Zeitz)

Die Birnenform ist in aller Welt die vertrauteste Form der Kaffeekanne. Zinngießer stellen seit dem 18. Jahrhundert diese "Türkenkannen" her. Diese Bezeichnung orientiert sich am Inhalt , ...

Tabakdose
(Altmärkisches Museum Stendal)

Diese Tabakdose ist historisch besonders interessant, da die darauf befindlichen Darstellungen und Texte direkten Bezug auf ein historisches Ereignis nehmen - den Sieg der preußischen und ...

Paar Hosenträger
(Freilichtmuseum Diesdorf)

Diese Hosenträger stammen aus dem Altbestand des Danneil-Museums in Salzwedel, ihre ursprüngliche Herkunft ist nicht mehr feststellbar. Die Oberseite besteht aus Seidenkanevas mit Glas- ...