Brandenburgisches Glas

Pokal mit dem Monogramm Friedrichs I.

Schwerer Pokal aus farblosem, sehr reinem Glas mit Gelbstich, sehr breiter Fuß, zwölffach am Rand facettiert. Angesetzt ein massiver Balusterschaft zwischen sehr kräftigen Trommelscheiben, becherförmige Kuppa. Am Fuß, am Baluster und am Kuppaansatz ein versenkter und polierter Spitzblattfries ohne Binnenlinien: In tiefgeschnittenen Rundbögen bleiben die Blätter erhaben stehen. Die längsfacettierte Kuppawandung ist mit dem bekrönten Ligaturmonogramm Friedrichs I. "FR" (Fridericus Rex) dekoriert, die Gegenseite mit dem brandenburgischen Adler, gerahmt von Lorbeerzweigen, und der beschliffene Mündungsrand mit einem polierten Rundbogenfries. Der stämmige Balusterschaft sowie der Spitzblattfries sind für Potsdamer Gläser charakteristisch. Das Monogramm und die im riesengebirgischen Hirschberg im ausgehenden 18. Jahrhundert übliche Eckenfacettierung des Fußes spricht für eine Datierung ab 1701 bis 1713 und eine Zuschreibung an die Werkstatt des schlesischstämmigen Hofglasschneiders Martin Winter (um 1640–1702) oder dessen Nachfolger Gottfried Spiller (um 1663–vor 1728). Ursprünglich dürfte eine Deckel zugehörig gewesen sein, worauf die Schliffkante am Mündungsrand hindeutet. Bei Potsdamer Erzeugnissen ruhten Deckel und Pokal meist Rand auf Rand. Der Pokal wurde 2001 im Kunsthandel erworben. [Verena Wasmuth]

(Object from: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Original entry)

Material /Technique ...

Glas, formgeblasen, geschnitten, geschliffen

Measurements ...

Hauptmaß: Höhe: 16.40 cm Durchmesser, Fuß: 10.40 cm

Hergestellt ...

... Who:

... When:1701-1713

... Where:Berlin-Friedrichswerder 

Hergestellt ...

... Who:

... When:1701-1713

... Where:Potsdam 

[Person-Körperschaft-Bezug] ...

... Who: