Brandenburgisches Glas

Konfektschale mit Vergoldung

Fußschale aus farblosem Glas, breiter, leicht ansteigender Glockenfuß der von unten konzentrisch mit Oliven und Kerben beschliffen ist. Der massive Rundbalusterschaft mit Kehlschliff ist wabenfacettiert. Schiffchenförmige Kuppa mit vertieftem Rundbogendekor am Ansatz und palmettenförmigen Ornamenten in Hochschnitt an den Breitseiten des Mündungsrandes. An der Stirnseite ist eine hochgezogene Handhabe ebenfalls als Palmette gestaltet, Mündungsrand und alle Palmetten mit Vergoldung. Dieser auch als "Schiffchen" bekannte Glastyp wurde für Konfitüre und Konfekt verwendet. Mit ausgewogeneren Proportionen ist er in schlesischen Vorbildern überliefert (vgl. Zoedler, Schlesisches Glas, 1996, Abb. 8, S. 198; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser, 1987, Kat. 126; Klesse/Saldern, 500 Jahre Glaskunst, 1978, Kat. 132f., S. 191; Brauser, Gläser, 1977, Kat. 224f.; Baumgärtner, Edles altes Glas, 1971, Kat. 77, S. 54). Robert Schmidt weist explizit auf die gute Qualität der Goldmalerei bei dem Zechliner Stück hin (Schmidt, Brandenburgisches Glas, 1914, S. 103). Eine nahezu identische Schale ohne Vergoldung befindet sich ebenfalls im Bestand der Stiftung Stadtmuseum (Inv. Nr. SM 2017-00029). Beide Gläser zeigen erste Anzeichen der Glaskrankheit und wurden zusammen bei der Restauktion der Zechliner Hütte mit Sammlung Stropp, Ruppin, am 27.03.1890 beim Berliner Auktionshaus Lepke erworben. [Verena Wasmuth]

(Objekt aus: Stiftung Stadtmuseum Berlin Originaleintrag)

Material/Technik ...

Glas / geblasen, geformt, geschliffen, vergoldet

Maße ...

Höhe: 15,5 cm; Durchmesser: 9,3 cm

Hergestellt ...

... wer:

... wann:1760-1770

... wo:Brandenburg 

Literatur ...

  • Robert Schmidt (1914): Brandenburgische Gläser. Berlin