Brandenburgisches Glas

Flasche für Essig und Öl

Gefäß aus farblosem Glas. Durch das Aneinanderschmelzen zweier freigeblasener Flaschen, deren zur Seite gebogener Hals jeweils für die Aufnahme eines gemeinsamen Stöpsels eingeschnitten wurde, gewinnt der zweigeteilte, gebauchte Körper eine doppelte Funktion als Huilier-guédoufle für Essig und Öl. Der Stöpsel verhinderte dabei ein Verdunsten des Essigs. Frei geformter Standfuß angeschmolzen, Knauf des ungewöhnlich gestalteten Massivstöpsels wabenfacettiert. Das Glas ist im Bereich des Hohlkörpers krank (Stufe 2–3). Dieses Gefäß dürfte mit seiner raffinierten Konstruktion auf einer herrschaftlichen Tafel Eindruck gemacht haben. Ähnliche Exemplare in dieser Machart sind aus Frankreich überliefert, allerdings ohne einen Stöpsel und meist mit Kreuzschnabel (vgl. Seewaldt, Glas, 1995, Kat. 52f., S. 62f.). Die Flasche in der Stiftung Stadtmuseum Berlin wurde 1870 angekauft und als brandenburgisches Erzeugnis inventarisiert. Sie könnte aus Zechliner Produktion stammen und ist wohl um 1760 als eigenständige Interpretation der französischen Vorbilder entstanden. [Verena Wasmuth]

(Objekt aus: Stiftung Stadtmuseum Berlin Originaleintrag)

Material/Technik ...

Glas / freigeformt, geschliffen

Maße ...

Breite: 10,5 cm; Höhe: 23,5 cm; Durchmesser: 6,5 cm

Hergestellt ...

... wer:

... wann:1750-1770 [circa]

... wo:Brandenburg [wahrsch.]