Brandenburgisches Glas

Trichterpokal mit Fruchtbündeln und Vögeln aus der Werkstatt Martin Winters

Trichterpokal aus farblosem Glas, auf dem Scheibenfuß ein mattgeschnittener Blütenkranz. Massiver Balusterschaft zwischen zwei Ringscheiben mit fünf großen, stehenden und polierten Oliven. Am Ansatz der spitztrichterförmigen Kuppa ein Rundbogenfries in geblänktem Tiefschliff mit Olivenborte abschließend. Die Wandung ist umlaufend mit drei Fruchtgehängen und Vögeln in feinem Tiefschnitt dekoriert, dazwischen polierte Trauben und Rosetten. Am Mündungsrand ein für die Potsdamer Glashütte charakteristischer Kugelfries. Qualität und Art des Dekors sprechen für eine Zuschreibung an den Glasschneider Gottfried Spiller, der seit etwa 1680 als Lehrling in der Berliner Werkstatt seines Onkels Martin Winter tätig war und drei Jahre später freigesprochen wurde. Spiller arbeitete auch in den folgenden Jahren mit Winter zusammen. Lothar Franze hat sich ausführlich mit der Werkstatt dieses Meisters beschäftigt und auch den Fruchtbündel-Dekor mehrfach besprochen (vgl. Franze, Früchtestillleben, 2018, S. 12–15; Franze, Der Hofglasschneider, 2017). Das Glas wurde 1993 mit Lottomitteln aus dem Kunsthandel angekauft. Der Vorbesitzer soll das Glas in Leipzig in den 1970er Jahren erworben haben. [Verena Wasmuth]

(Objekt aus: Stiftung Stadtmuseum Berlin Originaleintrag)

Material/Technik ...

Glas / in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten, poliert

Maße ...

Höhe: 24,6 cm; Durchmesser: 12,3 cm