Römische Münzen aus der württembergischen Kunstkammer

Sesterz des Titus mit Darstellung eines carpentum

Nach dem Tod Vespasians folgte ihm sein ältester Sohn Titus auf den Thron. Ganz in augusteischer Tradition stehend, erhob er seinen Vater posthum zum Gott und feierte dieses Ereignis auf Münzen. Auch seiner verstorbenen Mutter Domitilla gedachte er in einer Münzserie, die sich in ihrem Bildtypus eng an die Prägungen julisch-claudischer Kaiser anlehnt. Dieser Sesterz zeigt auf der Rückseite ein carpentum, einen reich verzierten Repräsentationswagen, der von zwei Maultieren gezogen wird und darüber die Inschrift MEMORIAE DOMITILLAE - in Erinnerung an Domitilla. Statt dem üblichen Porträt des Kaisers nimmt hier ein prominentes SC die Münzvorderseite ein. Es steht für senatus consulto - auf Senatsbeschluss - und pflichtet diesem Gremium die nominelle Münzhoheit bei. Der Vermerk findet sich auf allen unedlen Kaisermünzen bis zum Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr., stellt allerdings nur ein tituläres Relikt dar, da das Münzrecht allein beim Kaiser lag. [Veronika Lobe]

(Objekt aus: Landesmuseum Württemberg Originaleintrag)

Material/Technik ...

Bronze

Maße ...

D. 34 mm, G. 26,78 g