Römische Münzen aus der württembergischen Kunstkammer

Sesterz des Titus mit Darstellung der Iudaea capta

Mit dem Triumph über die aufständischen Juden im sogenannten Jüdischen Krieg legitimierte Vespasian seinen Herrschaftsanspruch. Sein Sohn Titus war am siegreichen Ausgang maßgeblich beteiligt: Er übernahm 70 n. Chr. die Feldzugsleitung, eroberte nach langer Belagerung Jerusalem und zerstörte die Stadt mitsamt ihrem Tempel. Damit war der Krieg offiziell beendet. Judäa verlor seinen bis dahin weitgehend autonomen Status und wurde zur proprätorischen Provinz. Als Kollektivstrafe musste eine Abgabe an den Tempel auf dem Kapitol in Rom gezahlt werden und es wurde untersagt, den Jahwe-Tempel, das zentrale Heiligtum aller Juden, wieder aufzubauen. Zehn Jahre nach dem militärischen Erfolg ließ Titus, nun als Kaiser, eine Memorialprägung ausgeben, die den Sieg erneut feierte: Neben einer Palme sitzt die trauernde Judäa, rechts daneben steht ein gefesselter Gefangener. [Veronika Lobe]

(Objekt aus: Landesmuseum Württemberg Originaleintrag)

Material/Technik ...

Bronze

Maße ...

D. 33 mm, G. 22,88 g