Archäologie der anhaltischen Fürsten

Porträt von Christian II. von Anhalt-Bernburg (1599-1656)

Das Gemälde zeigt Fürst Christian II. in zeitgenössischer Bekleidung. Christian II., auch Christian der Andere oder der Jüngere (1599 Amberg, Oberpfalz - 1656 Bernburg) war regierender Fürst von Anhalt-Bernburg. Christian der Jüngere, Sohn von Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg und Anna, Gräfin von Bentheim-Tecklenburg genoss eine hervorragende Ausbildung. 1608-09 studierte er zusammen mit seinem Dessauer Vetter Johann Kasimir in Genf. Hieran schlossen sich Bildungsreisen nach Frankreich, Italien und England an. Von seinem 19. Lebensjahr an verbrachte er den größten Teil seines Lebens im Dreißigjährigen Krieg mit allen seinen Schrecknissen und Entbehrungen. Der Krieg begann für ihn mit der Schlacht am Weißen Berge (1620) an der Seite seines Vaters, wobei er in Gefangenschaft geriet. Bereits 1621 konnte er wieder nach Bernburg zurückzukehren. Durch seinen Onkel, Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen wurde er unter dem Gesellschaftsnamen "Der Unveränderliche" in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Nach dem Tod seines Vaters regierte er ab 1630 im Fürstentums Anhalt-Bernburg. Im ersten Jahr seiner Amtszeit eroberten und plünderten die berüchtigten "Holk’schen Reiter" die Stadt. Einer Pestepidemie fielen 1700 Einwohner Bernburgs zum Opfer. 1636 wurde Schloss Bernburg geplündert. Fürst Christian II. verstarb 1656 in Bernburg und wurde in der von seinem Vater erbauten Fürstengruft in der Schlosskirche St. Aegidien beigesetzt. Sein 22jähriger Sohn Victor Amadeus übernahm die Regierung. Sein 14 Bände umfassendes Tagebuch ist bis heute erhalten und bietet eine wertvolle Quelle zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. Christian II. hat in seinen Tagebüchern einen Bericht hinterlassen, der Aufschluss über eine archäologische Aktivität bei Baalberge im Jahre 1631 gibt.

(Objekt aus: Museum Schloss Bernburg Originaleintrag)